DREIZEHNTES KAPITEL.
DIE ZWEITE BESTEIGUNG.
Nachdem die Eingeborenen zur Feier der Rückkehr ihres Häuptlings die Nacht hindurch kräftig getanzt und noch kräftiger geschrien, uns aber dadurch die Nachtruhe verdorben hatten, fing ich frühmorgens an zu packen und die zweite Besteigung des Berges vorzubereiten. Es war sehr heiss an diesem Morgen, und durch die Anstrengung und das Geschrei bei der' Vertheilung der Traglasten und der Austheilung von „Poscho" zur Anschaffung von Lebensmitteln fühlte ich mich ganz erschöpft. Die Beschaffung der Führer vom Sultan machte noch viele Schwierigkeiten, und erst als ich entschlossen war, mit ihnen oder ohne sie abzumarschiren, gab er nach und schickte mir vier Mann, eine wahre Räuberbande von Schreihälsen. Sie schrien und zankten gleich mit mir über die Menge Zeug, welche ihnen dafür zukäme, sodass ich zuletzt kurz angebunden zwei von ihnen zurücksandte. Erst um 12 % Uhr brachen wir auf und verliessen ohne viel Bedauern das Gebiet der Residenz des Königs. Nachdem wir über einen schönen Fluss gesetzt und eine lachende fruchtbare Landschaft passirt hatten, fingen wir an uns etwa G00 m über die Höhenlage von Marangu zu erheben, indem wir durch schmale Lichtungen von Drachenbäumen und an blühenden Bananenhainen vorbei bis zu einer Höhe von 1700 m emporstiegen. Ungefähr 100 m weiter hörte das cultivirte Land auf; wir traten auf die Heide hin-
Johxston, Kilima-Ndjaro. 16