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Der Kilima-Ndjaro : Forschungsreise im östlichen Äquatorial-Afrika ; nebst einer Schilderung der naturgeschichtlichen und commerziellen Verhältnisse sowie der Sprachen der Kilima-Ndjaro-Gebietes / von H. H. Johnston. Aus dem Engl. von W. v. Freeden
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Z W ÜLFTES KAPITEL.

AUFBRUCH NACH MARANGU.

Das Volk von Taweta war froh, mich wieder einmal in seiner Mitte zu bewillkommnen, und nachdem icli die ersten Tage damit zugebracht hatte, rasch einige Waarenhäuser und Hütten für meine Begleiter zu erbauen woraus schliesslich eine kleine Stadt wurde traf ich meine Vor­bereitungen, mir durch Unterhandlungen den Weg zu einer friedlichem Besteigung des Kilima-Xdjaro zu ebnen. Der König von Marangii, einem ziemlich grossen Staate von etwa 800 qkm Fläche, an der Südostseite des grossen Berges be­legen, hatte kürzlich Gesandte nach Taweta geschickt, um die Bevölkerung des Waldheiligthums über meinen wirklichen Charakter und meine Absichten zu befragen. Nachrichten über meine Streitigkeiten mit Mandara waren ihm zu Ohren gekommen und er glaubte vielleicht, er könne jenen König in meiner Gunst ausstechen und mich mit meinen (wie er glaubte i unendlichen Reichthümern und wunderbaren Zauberkräften zu sich hinüberziehen. Ich nahm seine Anträge mit grosser Freude auf, vielleicht mit zu grosser Freude, weil ich dadurch zuerst Verdacht erregte, was wol die wahren Gründe seien, warum ich nach Marangu kommen wollte und Hess durch tawetanische Zwischenträger ihm melden, dass ich sehr glück­lich sein würde, mit ihm ein Freundschaftsbündniss zu schliessen. Obendrein lud ich alle verschiedenen Häuptlinge auf- dem Kilima-Xdjaro ein, Abgeordnete nach Taweta zu schicken, wo wir unsere Streitigkeiten auf neutralem Boden besprechen könnten. Ich Itcgeisterte mich in der Hoffnung,