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Der Kilima-Ndjaro : Forschungsreise im östlichen Äquatorial-Afrika ; nebst einer Schilderung der naturgeschichtlichen und commerziellen Verhältnisse sowie der Sprachen der Kilima-Ndjaro-Gebietes / von H. H. Johnston. Aus dem Engl. von W. v. Freeden
Entstehung
Seite
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ELFTES KAPITEL. EINE ERSTE BESTEIGUNG.

Ihrem Versprechen getreu kamen Mandara's fünf Krieger unter Anführung von Kilaki mit Sonnenaufgang in unserm Lager an. Sie brachten Säcke mit Lebensmitteln und drei fette Schafe mit, welche einen fernem Beitrag zu unserer Verpflegung liefern und sich höchst artig selber zum ge­wünschten Ziele schaffen sollten.

Indem wir Faradji, den Koch, als alleinigen Wächter von Kitimbiriu zurückliessen, folgten wir bei Beginn unsers Auf­stiegs dem obern Pfade, welcher neben dem Kamm unsers langen Abhangs hinführte. Wir wanderten zuerst zwischen hohen Hecken hellblätteriger Drachenbäume und prächtig roth­blühender Aloe, welche mit schlanken baumähnlichen Stengeln emporwuchsen. Als wir an den hölzernen Thüren der ver­schiedenen Gruppen von Hütten vorbeikamen, welche längs dieser "Waldwege in Djagga stehen, stürzten die Einwohner fröhlich heraus, um uns zu begrüssen.Utongga ako, Mangge- Musivügu?" ( Wohin gehst du, weisser Fürst?) riefen sie.Nga- tongga-Kibo" ( Ich gehe zum Kibo hinauf), erwiderte ich freudig. Von jedem kleinen Wohnwesen der Wadjagga, von ihren schmucken Feldern und üppigen Gärten kamen lustige Mäd­chen mit freundschaftlich verschlungenen Annen und gefolgt von ihren Vätern. Brüdern, Ehemännern, alle vollständig nackend und alle in allerbester Stimmung herbei. Sie stellten sich längs des Randes des schmalen Wegs auf und traten, als ich herankam, unter vielem Kichern, in die Farrnwedel und Brombeersträucher zurück, begrüssten aber nieine Be-