ZEHNTES KAPITEL.
EIN AUSFLUG NACH TAWETA.
Während dieser Zeit der Aengsten, welche so eingehend im vorigen Kapitel geschildert ist. hatte ich einen festen Ent- schluss vor Augen behalten, nämlich Moschi zu verlassen, sobald Kiongwe zurückkehrte. Mit Mandara's Feindseligkeit hatte das nichts zu schaffen. Ich sah sie nie als ein wirkliches Hinderniss auf meinen Wegen an; vielmehr rührte der Entschluss daher, dass Mandara, gleichviel ob Freund oder Gegner, verhältnissmässig zu ohnmächtig war, um mir bei der Besteigung der obern Regionen des Kilima-Ndjaro zu helfen, gerade wie er auch nicht im Stande gewesen wäre, mich daran zu hindern, wenn ich mich bei seinen Feinden niedergelassen hätte. .
Der obere Zugang zu den Schneespitzen befand sich in der Gewalt der feindlichen Liga von Kiboscho, Kirua und Marangu, welche die westlichen, nördlichen und östlichen Grenzen von Moschi blokirte. Mandara's ganze Macht lag gegen Süden. Er stand in engem Bündniss mit den Massai von Kisongo und Ai'uscha, und sie halfen ihm dabei, seine südliche Grenze offen zu halten. Gerade diese Thatsache musste ich in meine Berechnungen einbeziehen. Mandara hatte grossen Einfluss bei den Massai; sie besuchten ihn beständig, um mit ihm Rath zu pflegen. Als er sich einst in guter Laune befand, schickte er nach mir und stellte mich seinen räuberischen Verbündeten vor, indem er ihnen dabei den Wunsch ausdrückte, sie möchten sich mein Gesicht an-