ACHTES KAPITEL.
UNRUHIGE ZEITEN.
Bisher hatte ich gleich Robinson Crusoe gelebt, in glücklicher Unkenntniss von wilden und feindlichen Nachbarn. Der einzige Stein des Anstosses, mit dem ich auf meinen einsamen Wanderungen hätte zusammentreffen können, wäre ein verschmitzter Leopard gewesen, der von einem überhängenden Zweige auf mich herabgeschossen wäre, oder der plötzliche Anfall eines einsamen Büffels. Jetzt aber sollte ich bildlich und wirklich die Fussspuren menschlicher Feinde meinen Lieblingsplätzen aufgedrückt sehen. Während meine Streifzüge auf den Bergen nur durch die kurze, mir zur Verfügung stehende Mussezeit beschränkt gewesen waren, sollten sie jetzt von einem Kreise kriegerischer Feinde, die uns umgaben, eingeengt werden. Ich habe dem Leser bereits die Gründe auseinander gesetzt, warum ich Mandara's Königreich zu meiner Operationsbasis auf dem Kilima-Ndjaro auswählte. Die gewöhnliche Annahme vor Beginn meiner Beise war, dass er der vornehmste Beherrscher der Königreiche auf dem Berge sei, sodass, wenn ich mich unter Mandara's Schutz begäbe, ich frei und ungestört über diese ganze afrikanische Schweiz mich würde bewegen können. Bei dieser Rechnung war der eine grosse Fehler gemacht, dass Mandara nur über einen verhältnissmässig kleinen Landstrich herrschte, und das auch nur bis zu einer Höhe von 1800 m. Ihm gehörte nicht einmal der kürzeste, noch überhaupt ein Weg zu den höhern Regionen in der Nähe der Schneegrenze; und weil er in beständigem Kriege mit seinen Nachbarn lag, welche sein kleines