SECHSTES KAPITEL.
MEINE ERSTE NIEDERLASSUNG AUF DEM KILIMA-NDJARO.
Am Morgen des folgenden Tages — des zweiten nach unserer Ankunft in Moschi — begann ich sehr früh mit den Zurüstungen für den letzten Abschnitt meiner Reise, die Ermittelung einer passenden Stelle, auf welcher ich meine Haupt- und Central-Sammelstation anlegen wollte. Verschiedene Erwägungen beeinfiussten meine Wahl. Zunächst durfte sie nicht zu weit nach unten am Berge liegen, sodass sie in unbequemer Entfernung von meinem Forschungsgebiete läge; zum andern durfte sie auch nicht in zu grosser Höhe angelegt werden, weil dort meine Leute zu sehr von der Kälte leiden und die Eingeborenen nicht zu veranlassen sein würden, uns dorthin Lebensmittel zum Verkauf zu Idingen. Einerseits wünschte ich ferner nicht dem Aufenthaltsort von Mandara zu nahe zu bleiben, in welchem Falle dieser Monarch uns mit seiner Gesellschaft zu häufig beehren und mich immer in Rufweite behalten würde; andererseits verlor ich, wenn ich mich gar zu tief in die Wildniss begab, den Schutz, welchen Mandara mir gewähren konnte; ich durfte ja nicht das Hauptziel meiner Niederlassung in Moschi aus den Augen verlieren, welches darin bestand, meine Zwecke ruhig und sparsam zu verfolgen, indem ich mit sehr wenig Begleitern unter dem Schutze eines mächtigen Fürsten meine Zeit nützlich verwendete.
Nach langer Durchmusterung meiner unvollkommenen Karte entschloss ich mich dahin, dass ein gewisser stark' hervortretender Vorsprung eines das Bett eines Bächleins