VIERTES KAPITEL.
VON TEITA ZUM KILIMA-NDJARO.
Nachdem wir wieder einmal unsere Leute versammelt, die Lasten neu vertheilt und der gütigen Fürsorge eines zeitweilig oben auf dem Berge Ndara wohnenden Missionars anvertraut hatten, was wir jetzt nicht fortschaffen konnten, machten wir uns auf zu einem Tagmarsche nach Mwatate, der Uns durch dichtes dorniges Gebüsch, felsige Engpässe und ausgetrocknete Flussläufe führte, bis wir endlich zu meiner Freude den ersten Kanal mit fliessendem Wasser entdeckten, dem wir seit dem Verlassen der Küste begegneten. Seine Ufer waren gerodet und bebaut; auf einer gebrechlichen hölzernen Brücke setzten wir über den Bach und marschirten durch Maisfelder und Dickichte von Zuckerrohr bis zu unserm Lagerplatz unter einem schattigen Baume. Hier begrüssten uns höchst artige Eingeborene; wir bezahlten ihnen den kleinen Tribut als Entschädigung dafür, dass wir über ihr Land gingen und von „ihrem" Wasser tranken, und erfreuten uns darauf einer willkommenen Bast in einer ruhigen schönen Umgebung. •Am andern Tage marschirten wir durch eine schweizartige Landschaft von Gebirgspässen und sehr fruchtbaren Thäleru und kamen schliesslich nach Bura, einem Lagerplatz am Fusse der merkwürdig zugespitzten Berge gleichen Namens. Hier wäre es beinahe zu einem Scharmützel mit den Eingeborenen gekommen, welche eine ausserordentlich hohe Bezahlung für das Recht verlangten, aus ihrem Flusse zu trinken. Indessen erhielt unsere entschlossene Haltung den Frieden, und bald standen wir mit den Wateita auf ausgezeichnetem Fusse, da