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Der Kilima-Ndjaro : Forschungsreise im östlichen Äquatorial-Afrika ; nebst einer Schilderung der naturgeschichtlichen und commerziellen Verhältnisse sowie der Sprachen der Kilima-Ndjaro-Gebietes / von H. H. Johnston. Aus dem Engl. von W. v. Freeden
Entstehung
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ZWEITES KAPITEL.

SIR JOHN KIRK.

ÄNSIBAE liegt etwa 30 km von der Ostküste Afrikas entfernt unter 6° südl. Breite, (zu dieser Auskunft halte ich mich gegenüber der durchgängigen Un­wissenheit in afrikanischer Geographie verbunden), und ist seit langer Zeit der Mittelpunkt der Fremdherrschaft längs der östlichen Seekante des Dunkeln Welttheils gewesen. Ohne auf die Frage

nach seiner altera Geschichte einzugehen oder zu erörtern, ob es den nebelhaften Geographen des classischen Zeitalters be­kannt gewesen ist oder nicht, halten wir doch für sicher, dass wenigstens seit dem Beginn der christlichen Zeitrech­nung Sansibar ein Zufluchtsort für die arabischen und per­sischen Kaufleute und die Sklavenhändler des Rothen Meeres, des Persischen Gölft und der Küsten von Sind und Gu- jerat gewesen ist. Zu einer Zeit bestand eine gewisse per­sische Colonie an der Ostküste Afrikas nördlich von Sansibar und anscheinend auch in Sansibar selbst, obschon hier die Beimischung persischen Blutes unter den Ortsangesessenen nicht so deutlich hervortritt, als in gewissen Plätzen des Fest­landes wie Lamu, Malihdi oder Makdischu. Doch auch in San­sibar verleugnen sich nicht gewisse Spuren der Feueranbetung in dem afrikanischen Mohammedanismus der Eingeborenen. Nachdem es verschiedene Jahrhunderte unter einer Art von arabischer Herrschaft gestanden hatte, kam Sansibar zu