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Der Kilima-Ndjaro : Forschungsreise im östlichen Äquatorial-Afrika ; nebst einer Schilderung der naturgeschichtlichen und commerziellen Verhältnisse sowie der Sprachen der Kilima-Ndjaro-Gebietes / von H. H. Johnston. Aus dem Engl. von W. v. Freeden
Entstehung
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ERSTES KAPITEL.

EINLEITENDES.

Mit dem Namen Küima-Ndjaro 1 bezeichnet man gemeinhin ein ungeheueres Bergmassiv in Ostafrika, welches aus zwei rie­sigen und vielen kleinen Spitzen bestellt, unter 3° südl. Br. belegen und in der Luftlinie etwa 280km von der Küste ent­fernt ist. Die höchste der beiden Hauptspitzen der Kibo erreicht eine Höhe von etwa 5760 m über dem Meere, und die kleinere Spitze der Kiinawensi erhebt sieh bis zu 4950 m. Beide vagen über die Schneegrenze empor, während alle andern Spitzen derselben Berggruppe niedriger als diese bleiben, und beide sind Krater erloschener Vulkane. Die ganze Masse des Küima-Ndjaro seheint eine einzige vulka­nische Erhebung zu bilden, und zweifellos war zu gewisser, geologisch gesprochen, neuerer Zeit dieselbe das grosse Aus­gangsventil der vulkanischen Kräfte des östlichen äquatorialen Afrika, welche noch jetzt in nördlichem und westlichem Gegen­den zwischen dem Victoria-Njansa-See und dem Indischen Ocean thäti<i sind.

Der Küima-Ndjaro war seit seiner Entstehung den neuern Geographen ganz bestimmt bekannt und als der höchste unter den afrikanischen Berggipfeln angesehen, da seine Hauptspitze bis an 58C0m aufragte. Ms ist wol möglich, dass in den un-

1 Von Kilima, Berg, und Ndjaro, dem Namen eines Dämon, welcher Külte bringt. Dieser Name ist im Innern unbekannt, und ist Mos der Küstenbevölkerung geläufig.

Joiinston. Kilima-Ndjaro. [