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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
91
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Revolutions- und Napoleonische Krieqe

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Auf beiden Seiten des großen südlichen afrikanischen Dreiecks nennen sie heute weite Gebiete ihr eigen; aber die Zahl der Weißen zählt dort nur nach wenigen Tausenden, und ein merk­barer Kultureinfluß ist von feiten der Portugiesen auf die Ein­geborenen trotz ihrer äußerlichen Bekehrung zum Christentum nicht geübt worden.

Mit dem Aufhören des Sklavenhandels hat auch der Ver­kehr stark nachgelassen. Nirgends in Afrika haben die Europäer bis ins 19. Jahrhundert hinein von ihren Küstenplützen aus sich einen weiteren Wirkungskreis eröffnet; auch die Kenntnis des Innern ist wenig von ihnen gefördert worden. Die Ge­biete des oberen Nil, des Niger und des Kongo blieben ihnen fast völlig verschlossen. In den Gegenden des Sambesi haben goldsuchende Portugiesen das Land besser erkundet, ihre Kenntnis aber auch zum großen Teil mit sich Hinwegsterben lassen. Erst das 19. Jahrhundert hat den dunklen Kontinent dem Blick der Europäer geöffnet.

38. Revolutions- und Napoleonische Kriege.

Systematisch hatten die Engländer die Beherrschung der Meere erstrebt. Sie hatten den Spanischen Erbwlgekrieg be- uutzt, um Gibraltar und Menorca, den Eingang zum Mittcl- meer und im westlichen Becken desselben die bestgelegene Insel, zu gewinnen. Durch den Siebenjährigen Krieg waren sie Herren Ostindiens und des ganzen östlichen Nordamerika geworden. In Westindien und an der Westküste Afrikas behaupteten sie einträglichen Plantagenbesitz und wichtige Stützpunkte. Zwar vermochte, was sie an Kolonien inne hatten, sich an räumlicher Ausdehnung nicht entfernt zu messen mit dem spanischeil Besitz, nicht einmal mit dem portugiesischen; aber ihr Handel war dem aller anderen Nationen weit über­legen, und dementsprechend ernteten sie auch weit reicheren Gewinn. Da erfolgte der Abfall der dreizehn vereinigten