Engländer und Franzosen in Vorderindien.
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indische Kompanie unter Aussicht der Regierung gestellt, der Erbstatthalter ihr General-Gouverneur wurde. 1795, als an die Stelle der Generalstaaten eine Batavische Republik trat, ward sie aufgelöst. Das niederländische Staatswesen verdankt der Kompanie große Vorteile. Für die wiederholte Erneuerung des Freibriefs sind ganz bedeutende Summeu bezahlt worden, und die zahlreichen, überaus kriegstüchtigen Schiffe der Gesellschaft haben die niederländischen Geschwader auch in den heimischen Gewässern verstärkt. 1665 hat z. B. die Kompanie 20 Kriegsschiffe für die Regierung ausgerüstet.
SS. Engländer nnd Franzosen in Vorderindien.
Noch vor den Niederländern, schon 1591, haben englische Schiffe die Fahrt nach Ostindien und den Molukken versucht und den Versuch 1596, in dem gleichen Jahre, wo die ersten Niederländer in den indischen Gewässern erschienen, allerdings erfolglos, wiederholt. Am letzten Tage des Jahres 1601, also wenige Monate vor der niederländischen Gesellschaft und »och unter Elisabeth ist die Englisch-Ostindische Kompanie zusammengetreten. Sie war zunächst viel dürftiger ausgestattet als die niederländische; 30 000 Pfund waren ihr ganzes Kapital, reichlich ^/zg des niederländischen. Erst allmählich haben sich ihre Mittel gemehrt. Sie war besonders auf die bürgerlichen, kaufmännischen Kreise angewiesen, da der Adel sich mehr den amerikanischen Siedlungen, der Bodenspekulation zuwandte. Dazu kamen die inneren Unruhen, die eine Anlehnung an den Staat zeitweise ganz unmöglich machten. Auch ihre Rechte sind erst allmählich erweitert worden: Truppen zu halten, Festungen, anzulegen, Land zu erwerben, Verträge und Bündnisse zu schließen.
Neben den Niederländern hatten die Engländer anfangs einen schweren Stand. Von den Inseln mußten sie weichen;
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