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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Dic »cucrc Zeit.

Es ist den Engländern oft zum Vorwurf gemacht worden, daß sie die Indianer aus ihren Sitzen verdrängt, beziehungs­weise sie vernichtet haben. Ruhige Beurteilung wird ihnen das eher als ein Verdienst anrechnen. Sie haben, im Gegen­satz zu Spanien: und Portugiesen, die Vermischung mit den Eingeborenen streng gemieden. Sie verdanken dem die Rein­heit ihrer weißen Rasse, die sich für sie so unschätzbar wertvoll erwiesen hat. Die Verhältnisse erleichterten ihnen das, indem sie es mit Indianern von höherer Kultur nicht zu tuu hatten. Was ihnen gegenüberstand, lebte überwiegend von Jagd und Fischfang. Diese Betriebe waren unvereinbar mit dem fort­schreitenden Ackerbau des weißen Mannes. Auch der nüch- teme, ruhige Sinn der Mäker und Puritaner, der ungern zur Gewalt schritt, konnte da auf die Dauer uicht nachgeben. Die Nothaut mußte weichen, wo sie es nicht willig tat, mit Gewalt dazu gezwungen werden. So ist sie durch die un­aufhaltsam vordringende Zivilisation, besonders seitdem die Union ihre Freiheit genießt, in immer entlegenere und engere Gebiete zurückgezwungen, zuletzt eingehegt worden. Ströme von Blut sind geflossen, doch vielmal mehr das weißer als roter Männer. Heute sind diese ihrer alten Lebensweise bis auf den letzten Rest entfremdet. Ob sie infolgedessen dem Untergange, dem friedlichen Aussterben geweiht sind, läßt sich mit Sicherheit zurzeit doch noch nicht sagen. In den kana­dischen und Hudsonsbai-Gebieten, wo der Ackerbau den Boden nicht so energisch für sich in Anspruch nimmt, ist der Indianer neben dem englischen Siedler besser erhalten geblieben.

33. Die Franzosen. Kolonisation Westindiens.

Fast gleichzeitig mit den ersten englischen Versuchen sind auch von Frankreich her Forschungsreisen nach der Ostküste Nordamerikas unternommen worden, wie denn auch in Bra-