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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
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?ie neuere Zeit.

der Vorsichtsmaßregeln zu einem gewisse» Einfluß und Zu- smnmenhcilt gekon.inen waren, allzu gröblich verletzte; hier hatte man es mit einer einheitlichen, in sich geschlossenen Be­völkerung zu tun, die an Selbstregiment und gemeinsames Handeln gewöhnt war. Und dazu war die Politik des Mutter­landes in dessen eigenen Organen Gegenstand der Diskussiou und der Kontroverse, Nicht alle waren der Ansicht, die Lord Sheffield noch 1784 dahin ausdrückte, daß der einzige Nutzen der amerikanischen und westindischen Kolonien in dem Mo­nopol auf ihren Konsum und ihre Produktion liege. Schon im 17, Jahrhundert ward in England die Meinung vertreten, daß es im Interesse des Landes liege, seine Kolonien sich frei entwickeln zu lassen; um so reger würden die Handels­beziehungen werden, um so größer der Verbrauch englischer Erzeugnisse. Die beiden Auffassungen haben sich wahrend des Unabhängigkeitskrieges im englischen Parlament scharf bekämpft; der Slusgcmg des Krieges hat der das Prinzip der Freiheit verfechtenden in der gesamten englischen Kvlvnial- politik zum Siege verholfen. Erst als der Engländer jenseits des Ozeans dem Engländer diesseits frei gegenüberstand, hat sich ihr Verkehr ins Riesige gesteigert.

32. Nordamerikanische Kolonialkriege.

Das Selbständigkeitsgefühl und die Widerstandskraft der nordamerikanischen Kolonisten war aber nicht allein durch ihr politisches Leben gestärkt. Sie hatten mich Gelegenheit gefunden uud sie benutzt, diese Eigeuschofteu im Waffenhand- iverk zu beweisen und zu stählen, Englands Kriege, Kolonial­kriege, wie sie ja durchweg waren, sind auch auf nordameri­kanischem Boden ausgefochten worden. In dem Landstrich, der zwischen den Bewilligungen der London- nnd Plymouth- sävsnwrers frei blieb, haben sich Holländer uud Schweden angesiedelt, Neu-York ist 1610 oder bald darnach als Neu-