Englische Art der Kolonialgründung.
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nicht entziehe» sollen", heißt es im ersten für englische Siedler ausgestellten königlichen Privileg. So hat der Engländer auch dort in der Verwaltung der eigenen Angelegenheiten nach heimischer Art Stellung genommen neben den Vertretern der Regierung in gewählten Körperschaften, gleichsam in neuen Parlamenten. Die Interessen der Kolonien fanden ihre Wortführer, auch gegen das Mutterland und sein Parlament, im Notfalle auch ihre Verfechter mit der Waffe. So hat englische Kolonialpolitik neben dem eigenen Staatswesen andere gleichartige geschaffen, die, wie das Mutterland, getragen waren von dem Geiste der Freiheit und Selbstbestimmung, In dem einen Falle hat dieser Geist sich gegen das Mutterland selbst gewandt; aber auch nur in dem einen. Die Lehre hat genügt, der weiteren Entwicklung die Wege zu weisen. Wo später Jnteressen- konflikte entstanden sind — und es waren darunter solche von größerer Schärfe und Bedeutung als die, welche einst die Loslösuug der Union zur Folge hatten —, hat man verstanden, sie auszugleichen; völlig aufgehört haben sie nie. Die Bande zwischen Mutterland und Kolonien (natürlich kommen hier nur diejenigen in Frage, in denen Engländer den Grundstock der Bevölkerung bilden) sind dadurch gelockert worden, aber nirgends wieder völlig gelöst. Die Verbindung besteht mit beiderseitiger Rücksichtnahme, aber zu beiderseitigen: Vorteil. Es ist, soweit bis jetzt geurteilt werden kann, doch diejenige Form der Kolonialpolitik, die das Höchste erreicht, was überhaupt erreicht werden kann, die Bildung selbständiger Kulturzentren, die sich in allen höheren Lebensidealen mit dem Mutterlands eins fühlen und sich im Kampf um sie freiwillig an seine Seite stellen.
SV. Englische Art der Kolonialgründung.
Die englischen Ansiedlungsversuche in Nordamerika beginnen unter Königin Elisabeth, unter der ja überhaupt die
Schäfer, Kvlmnalgeschichtc. 5