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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Die neuere Zeit.

mehr begünstigt als in den spanischen Kolonien und das ge­samte Gebiet wie dort im Interesse der Krone ausgebeutet, jede selbständige Entwicklung hintanzuhalten gesucht. Die Volksart, die politischen, religiösen, sozialen Zustände unter­schieden sich ja auch nicht allzuviel von den spanischen. So sind die Ergebnisse der portugiesischen Kolonisationstätigkeit so ziemlich die gleichen gewesen, und die freigewvrdene Kolonie krankt heute an denselben, wesentlich in der früheren Ent­wicklung begründeten Mängeln und Schwächen, mir denen ihre spanischen Schwestern zu kämpfen haben.

29. Die Engländer in Nordamerika.

Einen ganz anderen Charakter trägt die englische Koloni­sation Nord-Amerikas, vielleicht die folgenreichste der Geschichte, jedenfalls die glänzendste der neueren Zeit.

Sie unterscheidet sich zunächst von der spanischen durch die weit geringere Ausdehnung ihres Arbeitsgebiets. Was heute in weitausspannender Entwicklung aus ihr geworden ist, umfaßt noch nicht die Hälfte des Besitzes, den einst die Spanier in Amerika ihr eigen nannten. Jahrhunderte widmete sie .einein Gebiete, das an Flächeninhalt von jeder spcmischcn Statthalterschaft übertroffen wurde. Bis tief ins 18. Jahr­hundert l at sich die englische Herrschaft nicht weiter erstreckt als auf den Küstenstrich von der Mitte des jetzigen Staates Maine bis hinunter gegen die Südgrenze Süd-Karolinas, also ungefähr vom 44. bis zum 32. Breitengrad, mit meist recht geringer Tiefe landeinwärts. Von Süden nach Norden (begünstigt durch den Golfstrom) konnte ein guter Segler bei gutein Winde diese Strecke in drei Tagen durchmessen. Viel einheitlicher und geschlossener vermochten der Siedler und seine Regierung auf diesem eugen Gebiete die Verhält­nisse zu gestalten.