Die Portugiesen in Brasilien.
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Urheber war, allerdings ein Fall, wo man richtiger von Eroberung als von Kolonisation reden könnte. Wie immer, die Tatsache bleibt bestehen, daß diese Tätigkeit spanischer Sprache und spanischer Nationalität eine Verbreitung verschafft hat, die sie auf anderem Wege nie hätte erreichen können. Man wird nicht sagen können, daß damit sichere Gewähr für eine Zukunft spanischen Wesens im Völkerleben gegeben sei, aber eine unerläßliche Vorbedingung ist erfüllt, und da wird auch niemand wagen dürfen, die Möglichkeit einer glücklichen Weiterentwicklung völlig in Abrede zu stellen.
28. Die Portugiesen in Brasilien.
Erst 1526 unter Johann III. haben ernstliche Bemühungen begonnen, den Besitz, den man der Fahrt Cabrals verdankte, zu unterwerfen und auszunutzen. Er wurde nordwärts bis zum Amazonenstrom, südwärts bis gegen den La Plata und seine Quellflüsse ausgedehnt. Die Unterjochung Portugals durch Spanien im Jahre 1580 führte die Feinde Spaniens auch iu diese Gebiete, besouders die Niederländer, die nördlich und südlich von Pernambuco ein „Neu-Hvlland" gründeten und den Plantagenbau zu entwickeln suchten. Sie wurden jedoch verdrnugt, nachdem Portugal 1640 seine Selbständigkeit wiedererlangt hatte, nnd verzichteten 1661 gegen Geldzahlung auf jeden brasilianischen Besitz. Das Kolonisatious- system der Portugiesen war dem spanischen zum Verwechseln ähnlich. Wesentliche Unterschiede würden sich nicht anführen lassen, wenn man nicht hinweisen wollte auf das Fehlen der Edelmetallausfuhr, bevor gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Gold von Minas Geraes und etwa 30 Jahre später auch Diamanten gefunden wurden, und auf die Abhängigkeit, in die das wieder freigewvrdeue Portugal besonders seit dem Methuen-Vertrag (1703) von England geriet. Bei der Verteilung des Landes wurden große Unternehmer fast noch