Cnsar und das Kaisertum,
-?5
lateinischen Menschen, die er zu Beschäftigungen aller Art hinausführte, belief sich auf viele Tausende. Diese Tatsache erfährt eine grelle Beleuchtung in dem Vernichtungskriege, den Mi- thradates gegen die Römer in Vorderasien führte. Und auf die Dauer konnte man doch die notwendige Entwicklung nicht hemmen. In den Gesetzen des Lucius Apvulejus Saturnmus (100) und des Marcns LiviusDrusus (91) handelte es sich abermals um die Ansiedelung italischer Bauern in auswärtigen Gebieten. Daß die livischen Gesetze nicht zur Durchführung kamen, ihr Urheber erwordet wurde, hatte den großen Aufstand der Jtaliker 91—88 zur Folge, der Anlaß wurde zu einer umfassenden Ausdehnung des römischen Bürgerrechts durch Aufnahme der Treugebliebenen und der sich Unterwerfenden und zur Verleihung des latinischen Bürgerrechts an die trcmspadanischen Gallier. Die schweren Kriege dieser Zeit machten das Bedürfnis nach Land für die Veteranen unabweisbar. Die Austeilung des karthagischen Gebietes an Soldaten war schon 103 wieder aufgenommen worden. Sulla verteilte nach dem Siege über seine Gegner nicht weniger als 120 000 Landlose. Immer klarer kam der Gedanke zum Durchbruch, daß es unumgänglich sei, die unterworfenen Gebiete, „soweit hellenisch, zu reunieren, soweit uicht hellenisch, zu kolonisieren". Der hellenischen Zivilisation konnte man unbedenklich dieses Zugeständnis inachen, da sie politisch nicht mehr gefährlich werden konnte.
12. Cäsar und das Kaisertum.
Julius Cäsar hat den Gedanken zu vollem Siege geführt. Die Eroberung Galliens sollte eine Flankenstellung gegen Germanien sichern, zugleich aber den romanisierten Italienern eine neue Heimat schaffen. Zu den vereinzelten Militärkolonien, die schon bestanden, und den zahlreichen freiwilligen Auswanderern, die zwischen Alpen und Pyrenäen zu ver-