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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Die Griechen.

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Chetiterreich, nicht mehr auf der früheren Höhe ihrer Macht standen, hatte das Vordringen der griechischen Welt nach Osten begünstigt.

7. Zweite Periode: Kolonisation nach Norden, Westen und Süden (800-öV«).

Ungefähr mit dem Jahre 80V beginnt eine neue Be­wegung, die sich bis gegen die Zeit der Perserkriege hin fortsetzt. Die ionischen Kolonien waren besonders empor­geblüht, ihre Städte reiche Handelsemporien geworden, die bemüht waren, ihrem Betriebe neue Gebiete zu eröffnen. Hellespont, Propontis und Bospoms und dann die weiten Küsten des Schwarzen Meeres zogen sie in den Bereich ihrer Unternehmungen. Kyzikos, an der Südseite des Marmara- Meeres auf der Insel Arktonnesos an schmalem Sunde ge­deckt gelegen, Sinope am äußersten Nordvorspmnge Klein­asiens, Olbia an der Dnjepr-Mündung wurden wichtige Handelspvsten. Vor den übrigen tat sich die reichste der ionischen Städte, Milet, hervor. Das Schwarze Meer wurde bis in die Mäotis, den Asowschen Busen, hinein von milesischen Handelsniederlassungen umsäumt; aus demungastlichen" wurde es eingastliches" Meer; aus dem Hvvro? "^svo- ein Hovi-o? Kv^vo?. Auch nach der Südküste Kleinasiens wandten sich die Jonier. Sie schlössen sich in Kilikien östlich an die älteren peloponnesischen Niederlassungen Pamphyliens an.

Die Bewegung beschränkte sich nicht auf die Jonier. Die Äoler gründeten von Lesbos aus Ackerbaukolonieu in Troas und siedelten sich weiterhin auf dem Chersonnes und an der thrakischen Küste westlich bis zum Hebros (Maritza) an. Ihre blühendste Stadt, Mytilene, wetteiferte im Handel mit den ionischen Städten. Dorier von Megara gründeten am Eingange zum Bosporus Chalkedon und Byzanz; die Euböer setzten sich auf der Chalkidike, der makedonischen

Schäfer, Kolonialgeschichte. I