Die Griechen.
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bis an das äußerste Westende des Mittelländischen Meeres, wo Gades (Cadiz) ihre Gründung ist. Sie beginnen auf dem der heimischen Küste gegenüberliegenden Cypem, fassen Fuß auf Sizilien, Sardinien und in Nordafrika und machen sich heimisch auf mehreren Inseln des Ägäischen Meeres, besonders auf dem goldreichen Thasos an der makedonischen Küste. Die geringe Ausdehnung und Bevölkerungszahl des Mutterlandes gestatteten keine weitgreifende Besiedelung der neuen Gebiete; die phönikischen Kolonien waren zumeist kleine Handelsniederlassungen. Auch Karthago verfügte über eigenes VolkZtum nur in seinen Stadtinsassen. Besonders wandte man sich der Ausbeutung von Metallschätzen zu, Gold und Silber, Zinn und Kupfer, dann dem Handel mit Sklaven und der Purpurindustrie. Die Unterwerfung der Heimat durch Alexander den Großen und der Sturz des mächtigen karthagischen Staatswesens löschen diesen semitischen Stamm als Faktor der Geschichte aus. Doch verdankt der tausendjährigen Tätigkeit des Volkes das Mittelmeer seine erste Erschließung und die Schiffahrt kühne Versuche hinaus aufs Weltmeer. Pharao Necho II. (606—595) hat Phöniker zur Umschiffung Afrikas westwärts ausgesandt.
6. Die Griechen. Erste Periode: Kolonisation nach Osten und Siidosten (1400-1000).
Nicht lange nach den Phönikern betraten die Griechen die Bahn kolonisatorischer Tätigkeit. Ihr in bunter Mannigfaltigkeit dem Meere geöffnetes Land lud wie kaum ein anderes dazu ein. „Die äußere Geschichte des griechischen Volkes besteht wesentlich in einer ununterbrochenen überseeischen Auswanderung." Sie vollzog sich in der Hauptsache in zwei Perioden, die durch einen längeren Zwischcnraum getrennt sind.
Noch in der Zeit der mykenischen Kultur, die der trojanischen folgt, beginnt griechische Kolonisation und währt zu-