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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Kolonisation und Eroberung.

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Entfaltung solcher. Aber keineswegs genügt kriegerische Überlegenheit allein zum Kolonisieren. Eine mehrseitige höhere Veranlagung ist doch immer Voraussetzung dauernder Erfolge auf diesem Gebiete. Ebendeshalb kann man Kolo­nisation auch als einen Kulturträger ersten Ranges bezeich­nen, den vornehmsten von allen, welche die Geschichte kennt. Mit ihr und durch sie vollzieht sich eine Auswahl unter den Völkern. Nur die besten bleiben auf dem Plan.

3. Kolonisation und Eroberung.

Die Überlegenheit an Macht, die erforderlich ist, drückt kolonialen Bestrebungen den Charakter des Er­oberns auf, und tatsächlich sind kolonisierende Mächte fast ausnahmslos auch erobernde. Aber Eroberer sind nicht immer Kolonisatoren. Man braucht nur an die in erobernder Tätigkeit einst so gewaltigen Stämme des inneren Asiens zu denken; sie haben kolonisatorisch ver­schwindend wenig geleistet. Die Unterwerfung Griechen­lands durch Philipp von Makedonien war ein rein er­obernder Akt, während die großartigen Erfolge seines Sohnes gegen das persische Reich durch Verbreitung griechischen Wesens nach Vorderasien auch kolonisatorisch wirkten. Die Germanen vermochten erobernd ins römische Reich einzudringen, dM auch ihre politischen Institutionen an die Stelle der römischen zu setzen, dauernd zu koloni­sieren vermochten sie nicht. Ebensowenig erreichten das die Normannen in Nordfrankreich, in Unteritalien oder in Britannien, während es ihnen möglich war in Island, Lappland und Finland. In den beiden ersten Fällen ward die geringe Zahl entscheidend für das Schicksal der in die alten Kulturgebiete Eindringenden. Beispiele einer ganz überwiegend erobernden Tätigkeit bietet der nationale Zusammenschluß der großen europäischen Staatswesen