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Die Studienreise des Staatssekretärs Dernburg nach Deutsch-Ostafrika / von Oskar Bongard
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erllärte kategorisch, der >,'apilän hat verboten, daß auch nur ein Cate verabreicht nüro, nnd dabei blieb es, Uni nichl bnngern zu müssen, werden sich einige, die gern morgens lange schlafe», in 'Aden mit Teiles und Konserven versehen, gewiß ein vereunellcr /vall ans einem modernen Passagierdumvser. Er ist nur möglich, da die D.-O.-A.-L. das Monopol hat.*)

Tie Berpslegnng hebc sich wohltuend einfach von der überreichlichen der Amerika­linien ab" meinte Dernburg neulich. Die Mehrzahl der Passagiere wünschte sich aber, daß die Berpslegnng etwas weniger einfach wäre, daß z. B. das Kompott nicht fast täglich aus sogeuauuteu Lazarettpflanmen oder Törobst bestände. Auch könnte größere Abwechseluug im Menü nichts schaden. Taß mitten im roten Meer die Zitronen ausgehen, das Hanptlabsal gegen den Durst, und das Fachinger-Mineral- Wasser alle wird, gehört auch iu das Kapitel Verpflegung.

Tie als Beispiele angeführten Übelstände find alle leicht zu heben, vermögen aber dem Passagier das Leben an Bord recht zn erschweren. Hoffentlich genügt dieser Hinweis, nm die Linie zur Abhilfe zu veranlassen.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Am Anfang dieser Epistel be- hanvlele ich, wir hätten diesmal Glück im roten Meer, da eine kräftige Brise er­frischend wirke. Jetzt mnß ich alles schon wieder de- uud wehmütig zurücknehmen, denn die Temperalnr ist unerträglich. Man wird es mir daher nicht übelnehmen, wenn ich die Berichterstattung für deu ^iest des Weges, den wir durch das rote Meer, diesen Höllenpfnhl, zurückzulegen haben, einstelle.

IV.

)m Indischen Ozean, den 29. Juli.

Aden, .^ap «>'>nardafni, - Monsum uud Seekrankheit. Aufschneidereien. Deutsch-afrikanischer Wildschutz. Die Berufung von Schillings in das Kolonialamt.

Aqnalorfeier,

las rote Meer lieg! glücklich hinter nns. Als wir in die Straße von Bab-el- Mandeb lainen, sank die Temperatur innerhalb weniger Minuten um mehrere Grade, und nur innsuen schleunigst die der Höllenhitze des roten Meeres angepaßte Kleidung mit einer wärmeren verlanschen. In Aden kamen wir erst bei Nacht an, aber bei prächtigem Mondschein, Taher geslailele sich die Fahrt zu deu berühmten Wassertanks, welche von der Mehrzahl der Passagiere unternommen wurde, außerordentlich genuß­reich, Gennnreicher als am Tage, wenn glühende Hitze auf dem vegetations- und schallenlosen Felsennest Aden brütet und sich dnmps auf die Sinne des cmkommenden Europäers legt, ^n rascher Fahrt ging es dnrch Felsentnnnel, an Lastkamelen und ^amelivagen vorüber dnrch die obere Stadt, wo der bekannte Kamelmarkt und die Kasernen liegen, nach den sehenswerlen großen Wasserreservoiren, deren Anlage viele Millionen verschlungen hat, die aber snr die Wasserversorgung Adeus nicht ausreichen, so das; Seewasser in Süüwasser umgewandelt werden mnß, um deu Bedarf zu decken. Tie llnznlänglichteit lonnnt daher, daß es in Aden fehr wenig, mitunter einige Jahre lang gar nichl, regnet, Vinnderle von brannen nnd schwarzen Gestalten nächtigten im Freien vor den Hänsern, teils ans dem Boden, teils ans ihren Betten. Letztere be­stehen ans einem Holzrahmen mit vier Füßen, der mit Flechtwerk aus Stricken aus­gefüllt ist. Es läßt sich sehr gut uud luftig auf ihueu ruhe«.

5ie Geieeluigieil Mietet Iner anzuführen, daß während der Rückreise auf dem Prinzregenten", dessen ,vnl,rer Herr Kapitän Gaue ist, die Verpflegung sowohl als auch die Behandlung dnrch dao gesnmte Personal vorzüglich war. Es herrschte nur eine Stimme des Vode^ und der ^lnerlennung,

Bongard, DernliurstS Studienreise. 2