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II.
Port-Said, an Lord des „Fcldmarschall", den 1,9. Inli t?07.
Die Reifegenossen. — Im 'Automobil von Tar-es-Salaam nach Swatopmund. — Eiuigc Winke für die Ausrüstung.
Aus die .'.usaimnensetznng der Passagiere unseres Dampfers ist Ternburgs Reise natürlich vou großem Einslnß gewesen. Abgesehen von den im letzten Brief genannten Herren der näheren Umgebung folgten noch vier Journalisten und ein Photograph, soweit die Verhältnisse es ermöglichen, dem Staatssekretär auf feiner Reise. Dann sind noch einige Herren da, die Ternburgs Auweseuheit in Ostafrika zur Erledigung bezw. mm Abschluß kolonialer Unternehmungen ausnutzen wollen, und schließlich hat sich mancher mit seiner Reise so eingerichtet, daß er diesen Dampfer benutzen kann, da er erhofft, mit dem populären Kolonialgewaltigen bekannt zu werden, ihn auf sich aufmerksam zu machen und dabei allerhaud Nutzen herauszuschlagen.
Ein Ablösnngslransport von Marinetrnppen für S. M. S. „Bussard" uud „Seeadler" in der Stärke von 15 Offizieren und Teckoffizieren und 189 Unter- osn>iercn nnd Mauuschaftcu trägt uicht dazu bei, die Fahrt auf dem vollbesetzten Tampser behaglicher zn macheu. In letzter Stunde vor der Abfahrt kamen in Neapel noch mit Töff töss-Geschivindigkeit der sächsische Oberleutnant a. D. Grätz und sein Begleiter Zbeo vou Röder au Bord, welche von Tar-es-Salaam aus Afrika von Ost nach West mit dem Automobil durchqneren wolleu. Herr von Röder aus Hamburg hat sich erst l Stunden vor der Abreise zur Mitfahrt entschlossen. Der Chauffeur, Herr Caspar Neuberger, hatte sich schou früher eingeschifft uud das Automobil ist in einer riesigen Kiste verpackt im Laderaum verstaut. Selbstredend werden die Aussichten dieser kühnen Anlomobilsahrt eifrigst besprochen, und die Ansichten der „Kenner" neigen der Anschauung zn, daß ein Gelingen so gut ivie ausgeschlossen sei. Von Dar-es- Salaam geht es über Mpavna, Kiliinantinde, Tabora nach Bismarckburg am Tan- ganjita, vou wo ans der Stevenson-Road Karonga an? Npassa erreicht werden soll. Hier null Herr Grätz das Auto per Dampfer nach Tomira-Bay verschiffen, um die ,^abrl über ^orl ^ameson nach Mombashi, dem Schnittpunkt der Strecke mit der Kap Kairo-Bahn, sorznsetzen. In genau südlicher Richtung ist die Weiterreise nach Buluwano, der Hauptstadt Rhodesiens, geplant. Vou Palapue, der letzten Etappe an der Kap-Kairo Bahn, geht es ans der Route des bckauuteu deutscheu Asrikaforschers, Professor Passarge, durch die Kalahari, um iu Riedsontein wieder deutsches Gebiet zu erreichen. In Dentsch-Südwest-Asrika führt der Weg über Gobabis-Windhuk-Groß- Barinen, Oljimbingwe uach Sivakopmnnd. Für die ganze Fahrt sind acht Wochen in Ansicht genommen. Unterivegs sind Lebensmittcl, Benzin, Gummi, Ol usw. auf -.'> l<lappen quer durch 'Afrika niedergelegt. Das Automobil ist besouders für diese ^alirl in der snddentschen Antontobilfabril zn Gaggenan konstruiert. Da gegenwärtig Trockenzeit ist, (>>ran als srüberer Schntztrnppenosfizier Afrika kennt und für die Konstruktion des Anlos die (^rsabrnngen der uastautomobile in Deutsch-Südwestafrika ausgenutzt ivorden siud, ist der Plan weniger aussichtslos, als es auf den ersten Blick erscheint.
?ev Zupns des lauten, ans Gewohnheit schimpfenden, aber im Grunde gutmütigen nnd tüchtigen alten Afrikaners tritt diesmal nicht so hervor, wie ich es von früheren Reise,! gewohnt bin. Vielleicht ist Dernburgs Anwesenheit auch die Ursache hiervon, Tagegen macht sich wieder der schwadronierende, alles besser wissende Neuling in melneven t<renivlaren geltend, der Afrika schon wie seine Hosentasche kennt nnd mit llberleaeubeil über die wichtigsten afrikanischen Fragen sein Urteil abgibt. 'Alles, was er mitbringt, ist hervorragend für Afrika geeignet, nnd dabei ist der Ärmste ausgerüstet, daß Gott sich erbarme.
Wir möchten nicht versänmen, bei dieser Gelegenheit einige Winke für die Ausrüstung nach Deutsch-Ostafrika zu gebeu, deun jeder Dampfer führt eine