Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
Seite
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Die Weißen im Schutzgebiet.

doch findet sich eine zusammenhängende Bastardbevölkerung auch im Osten des Keetmanshooper Bezirks. Ihre wirtschaft­liche Bedeutung zeigt sie etwa auf der Kulturstufe der ziem­lich unkultivierten Trekburen einer früheren Zeit. Immerhin sind 44^> der erwachsenen Männer des 4200 Köpfe zählenden Völkchens Viehzüchter (1911), von den Rehobother Bastards, die überhaupt über den übrigen stehen, sogar nicht weniger als 65°/..

8. Fremde Farbige. Der schnellen Entwicklung des Schutzgebietes in den letzten Jahren entspricht die Anwesenheit einer nicht unbedeutenden Menge von fremden farbigen Arbeitern, deren Zahl natürlich außerordentlich schwankt. So waren 1910 nur 2800, im Folge­jahr dagegen 7000 innerhalb des Schutzgebietes beschäftigt, zum weitaus größten Teil Kaffern aus der östlichen Kap­kolonie. An der Küste fanden auch Kruleute aus Westafrika Verwendung.

Die Weißen im Schutzgebiet.

Die weiße Bevölkerung von Südwestafrika nimmt eine so wichtige Stellung ein, daß sie einer ausführlichen Würdi­gung in einem selbständigen Kapitel wohl wert ist. Ehe wir aber auf geographische Einzelheiten eingehen, sei ganz kurz auf die Entwicklung der Besiedlung hingedeutet. Vor allem ist hervorzuheben, daß deren heutiger Stand durchaus noch nicht den natürlichen Aussichten des Landes entspricht. Die Ursache dafür liegt einmal an dem Gange der geschichtlichen Ereignisse, sodann an dein Zeitpunkt der Diamantenent­deckung. Die Unsicherheit während der gleichzeitig mit der planmäßigen Besiedlung beginnenden, nach kurzen Pausen aufeinander folgenden Kämpfe mit den Eingeborenen, vor allem aber die durch diese bedingten ständigen Vermehrungen der Schutztruppe hatten zur Folge, daß eine für dies Weide-