Die Tierwelt des Landes.
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Die eigentlichen Kulturpflanzen dagegen, die fast alle von außerhalb eingeführt sind, werden zwar sicherlich schon in absehbarer Zeit eine hohe Bedeutung erlangen. Da sie indessen völlig auf die von Weißen betriebenen oder doch von ihnen unmittelbar beeinflußten Aulagen beschränkt sind, wenigstens soweit sie für den innern und äußern Handel in Betracht kommen, so sollen sie gelegentlich der Behandlung der Farmwirtschaft nähere Berücksichtiguug finden.
Einen selbständigen Pflanzenbau in regelmäßigem Betriebe kennt ursprünglich nur das Amboland. Dort allem kann man von einen: wirklichen Landbau der Eingeborenen sprechen. Hier wird das Knfferkorn, das Sorghum, sowie eine Hirseart gebaut, sodann das echt afrikanische Knlturgewächs, die Bohne.
Die Tierwelt des Landes.
Kann man von der Pflanzenwelt des Landes sagen, daß eine gewisse Eintönigkeit der Einzelformen besteht, so gilt das Gegenteil von der Tierwelt. Eine Fülle verschiedenartiger Geschöpfe belebt die Hochsteppen und selbst der Westen, der als vollendete Wüste gelten kann, ist außer im Sande der Dünen durchaus nicht arm an Leben. Ja, sogar die Meeresufer und die Gewässer des Küstenmeeres sind reich an solchen:. Endlich, und das ist wichtig, ist auch die Zahl der Einzelwesen bei manchen Arten recht bedeutend. Ist doch das offene oder wenigstens halboffene Weidegebiet der verbreitetste Typus der Landschaft. Gerade in dieser vermochte sich die höhere Tierwelt in Afrika in ihrem Massenanftreten am stärksten zu entwickeln. In solchen Gebieten spielte sie ehemals nicht etwa nur die gleiche Rolle wie bei uns etwa die Wildrudel unsrer Wälder, sondern sie bildete in vielen Fällen und in mancher Gegend geradezu die Staffage des landschaftlichen Bildes.
Diese Zeit, von der uns die Großjüger einer früheren Zeit, wie And ersson und andere, berichten, sind freilich längst
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