Teil eines Werkes 
4 (1913) Südwestafrika
Entstehung
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Die Pflanzenwelt des Landes.

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Die Pflanzenwelt des Landes.

In keinem unsrer Schutzgebiete ist das landschaftliche Bild so wenig von den Einzelformen, in keinem wieder so sehr von den Formationen, d. h. von dem Massenauftreten der Gewächse beeinflußt, wie gerade in Südwestafrika. Keines auch besitzt eine so geringe Zahl von uns schon durch ihrÄußeres fremdartig berührenden Gewächsen, wie gerade dieses Land. Mit Aus­nahme der nördlichen Teile fehlen ihm die tropischen Formen, und auch dort sind ihre Hauptvertreter, die Palmen, verhält­nismäßig selten. Die übrigen Holzgewächse dagegen ähneln mehr oder weniger ihren auch in Europa vorkommenden Verwandten, wenngleich auch sie in ihrem Massenauftreten mehr an süd- als an mitteleuropäische Vegetationsbilder er­innern.

Unter den erwähnenswerten Formen von eigenartiger Erscheinung sei zunächst die an einzelnen Stellen der Namib vorkommende Mklwitsoliia mirabilis genannt, ein Wüsten­gewächs von außerordentlicher Zähigkeit, das man wegen der Derbheit seines aus niedrigem Holzstrunk hervorschießenden Blattes recht anschaulich als dasRhinozeros unter den Pflanzen" bezeichnet hat. Daneben sind verschiedene Aloe­arten zu nennen, von denen eine rotblühende im Innern des Schutzgebiets weit verbreitet ist. Endlich ist an dieser Stelle auch das Vorkommen von Euphorbien in der Trockensteppe anzuführen, zu denen auch der sogenannte Milchbusch gehört. Schließlich muß auch der Hyphäne gedacht werden, die als einzige Palme ein größeres Verbreitungsgebiet besitzt. Ihre Südgrenze erreicht sie im Kaokofeld und in den nördlichsten Strichen des Hererolandes.

Hochstämmige Bäume finden wir in der freien, nicht an Grundwasser gebundenen Landschaft nur im Norden, also im Ambolande und den östlich an dieses anschließenden