Entdeckungsgeschichte.
Südwestafrika ist ein wesentlicher Bestandteil des großen außertropischen Hochlandes von Südafrika. Da das Land weder durch ungewöhnliche Mannigfaltigkeit seines Baues sich auszeichnet noch im Besitz größerer Gewässer sich befindet, da seine Steppen ferner dem Händler wie dem Jäger beim Vordringen in das Innere nur verhältnismäßig geringe Schwierigkeiten in den Weg legten, so kam es, daß man sich bereits zu einer Zeit ein Bild von seiner Natur zu machen vermochte, in der das innere Tropengebiet des Weltteils noch als vollständig unbekannt gelten mußte. Wenn die Einzelheiten des Aufbaus auch noch in vieler Hinsicht der Aufklärung und Ergänzung bedurften, konnten doch die Umrisse dieses geographischen Bildes bereits vor nunmehr zwei Menschenaltern durchaus als bekannt gelten.
Viel mehr als Dinge andrer Art war es das Klima, das die Entschleierung der Einzellandschaften noch lange Zeit, einiger sogar bis auf unsere Tage, verzögert hat. Die bis zur Regenlosigkeit gehende Niederschlagsarmut und der infolge der Trockenheit bestehende Mangel an Wasser und Futter sind es gewesen, die namentlich unser Bekanntwerden mit der einsamen Westzone so lange verhindert haben. Bezeichnenderweise bestand dagegen schon seit langer Zeit eine Verbindung mit dem Innern des südlichen Afrika, während die Walfischbai bis vor zwei Jahrzehnten den einzigen häufiger benutzten Eingang in das Land bildete.
Zwar taucht die Küste unsres Schutzgebietes einmal sogar in der Glanzperiode der Entdeckungen auf, um aber dann für immer aus der Reihe jener Landschaften zu verschwinden,