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Deutsch Ostafrika : das Land und seine Bewohner ; seine politische und wirtschaftliche Entwicklung / Paul Reichard
Entstehung
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491
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Der Untergang der Expedition ZelewsKi.

ir haben schon in dem Kapitel über die Wahähä angedeutet, daß während des Druckes des vorliegenden Werkes über die Expedition Zelewski ein schreckliches Unglück hereingebrochen ist. Ziemlich lange hat es gedauert, ehe uns der amtliche Bericht die näheren Umstände mitteilen konnte. Derselbe rührte von einem der überlebenden deut­schen Offiziere, Leutnant von Tettenborn, her, welchem es gelang, sich und etwa sechzig Soldaten nnd Träger der unglücklichen Expedition zu retten.

Nach der Niederschlagung des Aufstandes 1887/89 wurden von unsern Schutztruppen zwei kleinere Expeditionen gegen die fortwährend die Grenze beunruhigenden Mafiti-Wahähä unternommen, welche ohne große Kämpfe verliefen, aber ihren Zweck nur unvollkommen erreichten, indem der Friede mit jeneu wilden Stämmen nur kurze Zeit währte. Im Juli 1890 zog Dr. Schmidt gegen die Mafiti-Wahähä und zwar auf Ersuchen der zu Tuuungu wohnenden französischen katholischen Missionäre. Von Bagamojo aus bis zur Grenze von Mahenge folgte er auf dem Rückwege bis nach Kilon dem Lauf deß Rufidji. Zu Kämpfen kam es damals ebenfalls nicht, wohl aber wurden einige Dörfer niedergebrannt. Anfang Oktober brach Dr. Schmidt abermals auf, diesmal, um gegen den Häuptling Machinga zu Felde zu ziehen. Mächinga fing während dieses kleinen Krieges zwanzig von Dr. Schmidts Trägern ab, griff sogar die Karawane zweimal an, wurde aber mit Nachdruck zurückgeschlagen. Eines seiner befestigten Hügeldörfer wurde erstürmt. Am 21. Dezember 1899 wurde nochmals eine Expedition