Afrikanische Äagd.
is in die neueste Zeit hinein wirken die Nachklänge jener Jagdberichterstattung, deren Autoren es als eine Pflicht betrachteten, den? Leser die unwahrscheinlichsten Jagdgeschichten aus fremden Ländern aufzutischen, Geschichten, welche keineswegs mit unserm harmlosen Jägerlatein vergleichbar, meist sogar den Stempel einer großen Frechheit in bezug auf Entstellung und Übertreibung an der Stirn tragen, aber dennoch ein begieriges und gläubiges Publikum fanden. Wie wenig aber ist es notwendig, Jagdgeschichten, welcher Art sie immer seien, in solch phantastischer Weise auszuschmücken. Wie interessant ist schon die einfache wahrheitsgetreue Darstellung guter Beobachtungen, selbst der einfachsten Thatsachen, uns so fremdartiger Tiere und deren Wohnplätze, wie wir sie unter anderm in Afrika finden. Wir wollen es versuchen, den Leser mit den Verhältnissen der afrikanischen Jagd bekannt zu machen, und bitten ihn, uns zunächst dahin zu folgen, wohin man bei einem ersten Jagdausfluge in Afrika zuerst seine Schritte zu lenken pflegt, eingedenk jener traditionellen Jagdgeschichten, nämlich nach dem afrikanischen Urwalde. — Treten wir in eine jener kleinen Urwaldparzellen Ostafrikas ein, welche in bergigen Gegenden Bachquellen oder sumpfige Stellen umschließen. Riesenhohe Stämme von gewaltigem Umfange streben nach oben. Ein Schrotschuß erreicht die Krone nicht, welche dem Auge überhaupt nur vom Rande des Waldes aus sichtbar wird. Im Innern des Urwaldes ist der Blick seitwärts nach allen Richtungen und nach oben gehemmt durch Laubwerk, dichtes Unterholz und Lianengehänge. Das klettert auf- und abwärts, sche-nkel- dick gewundenen Tauen gleich bis zu den feinsten Fäden, den Schritt
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