Ein Tag in einem Negerdorf.
)m allgemeinen verfließt das Leben der Neger recht einförmig. Es beginnt schon recht früh am Tage. Eben steigt im Osten des sternenklaren Himmels langsam das milde Tierkreislicht empor und kündet das Nahen der Sonne. Fern im Wald tont noch einmal der heulende Ruf der Hyäue. Im Dorf kräht der Hahn zum zweitenmal. Fledermäuse flattern hastig umher, um noch möglichst viele Insekten zu haschen, und stoßen zuweilen ihren leisen, aber scharfen Pfiff aus. Sonst herrscht allenthalben sanfte Stille. Auch der Wind scheint zu schlafen.
Bald fliegen fahle Schimmer über den östlichen Himmel, kleine aufziehende Wölkchen erglühen lief kupferrot. Die Dämmerung hat begonnen. In vierzig Minuten wird der Sonnenrand über dem Wald auftauchen.
Die Gegend ist auf viele Tagereisen ganz und gar flach. Inmitten einer weiten Rodung liegt ein kleines Dorf von dreißig bis vierzig strohgedeckten Hütten, von einer hohen Boma umgeben. Ein einziges Thor gestattet den Eingang. Regellos, ohne Symmetrie sind die Hütteu errichtet. Hier und da, wo ein kleiner Platz geblieben, erheben sich sonderbare, zweimannshohe Gerüste: auf vier krummen, 3—4 in hohen Stangen eine gedeckte, aus Baumrinde hergestellte Schlafstelle. Unter derselben glimmt am Boden Feuer und hüllt das Ganze in leichte Dampfwölkchen. Die Wanjamuesi sagen, daß sie dort oben wenig von Moskitos geplagt werden.
Beim ersten lichten Schein kräht der Hahn zum drittenmal, und im Dorfe wird es lebendig. Hier und da wird mit schnarrendem Ton