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Deutsch Ostafrika : das Land und seine Bewohner ; seine politische und wirtschaftliche Entwicklung / Paul Reichard
Entstehung
Seite
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v. AWllmnns Kriegszug nnch dem Miumndscharo.

<)ie Verhältnisse im Gebiet des Kilimandscharo waren im An­fang wie immer die denkbar besten. Solches dauert aber bei Schwarzen nie lange, wenn man ihnen nicht die Zähne zeigt. Diese Erfahrung sollte sich auch dort sehr bald bestätigen. Alle möglichen Unzuträglichkeiten und Unbotmäßigkeiten der Häuptlinge stellten sich ein. Mandara schien nicht übel Lust zu haben, Abmachungen und Verträge zu vergessen. Sina von Kibosa wollte die deutsche Flagge überhaupt nicht mehr anerkennen. Ein Häuptling vom Paregebirge hatte Post­boten erschlagen und in Gemeinschaft mit den Eingeborenen von Aruscha altgewohnte Raubzüge unternommen. Das mußte ein Ende nehmen, Ordnung geschafft werden, die Eingeborenen sollten sich von der Größe deutscher Macht überzeugen.

v. Wißmann traf in Pangani seine letzten Vorbereitungen zu einer Expedition nach dem Kilimandscharo. Dieselbe setzte sich zu­sammen aus sechs weißen Offizieren, fünfhundert Sudanesen und Sulu, ungefähr dreihundertundfünfzig Trägern, Geschützbedienung, Dienern, Pferde- und Eseljungen :c. An Geschützen wurde mitgeführt ein Maximgeschütz und eine Gebirgskanvne und natürlich eine Menge Munition. Der Weg tuhrte über Masinde, ein Ort, welcher auf einem einige hundert Fuß hohen, isolierten Hügel liegt, im Hintergrund von hohen, im Halbkreis steil abfallenden Felsen umrahmt. Hier ist eine mit Soldaten belegte Station. Die Aussicht von dem hohen Berge ins weite Land ist herrlich. Nach zwei Seiten hin sieht man auf das Thal des Mkomasi, welches dicht mit Dörfern besäet ist. Unterhalb