Der Kilimandscharo und dessen Nachvargeviete.
^Dir haben im vorhergehenden Kapitel in großen Zügen einiges über die südlichen Länder Deutsch-Ostafrikas erfahren und hatten unsre Wanderung eigentlich nordwärts durch Ugogo fortsetzen müssen. Wir wollen diesem Gebiete aber unsre Aufmerksamkeit erst schenken, wenn wir unsern Marsch westwärts lenken und zuerst eines der wichtigsten Gebiete unsrer Kolonie ins Auge fassen, den Kilimandscharo und seine Umgebung.
Kilimandscharo ist eine Kisuahelibezeichnung und bedeutet „Berg des Geistes Ndscharo". Der Geist Ndscharo ist eine Art afrikanischer Rübezahl. Die Wadschagga haben keinen zusammenfassenden Namen für den Gebirgsstock, sondern nennen den eisbedeckten Westgipfel „Kibo", d. h. der Helle, den felsigen, eislosen Ostgipfel „Mawensi", d. h. der Dunkle.
Wenn wir absehen von den mehr wie vagen Nachrichten aus dem grauen Altertum über den interessanten Berg und die einschlägigen Streitfragen auf sich beruhen lassen, so erfahren wir, daß die erste bestimmte Erwähnung des Kilimandscharo durch den spanischen Geographen Fernandez de Encisco geschieht. Derselbe war auf einer Küstenreise in dem damals seit 1507 portugiesischen Mombas gewesen und berichtete: „Westlich von Mombas liegt der äthiopische Olympos, der sehr hoch ist. ..." Auf den späteren Karten sehen wir den Berg bald verzeichnet, bald verschwinden je nach der persönlichen Ansicht des Zeichners über das Vorhandensein dieses Riesen. Deutschen