Niederwerfung des Mfstcmdes durch v. Wißmanu.
Äie ganze ostafrikanische Küste, soweit sie deutsche Interessen einschloß, war nun in vollstem Aufruhr. Die beiden einzigen Punkte, Dar es Salaam und Bagamojo, welche durch die heldenhafte Verteidigung der deutschen Besatzung mit ihrem kleinen Häuflein schwarzer Soldaten und weniger treu ergebener Araber dem Ansturm der hundertfach überlegenen Macht der Rebellen standhielt, konnte sich nicht auf die Dauer mit ihren geringen Machtmitteln halten. - Der Sultan von Sansibar hatte zwar, dem diplomatischen Drucke nachgebend, zum Schein einen schwachen Versuch gemacht, den Aufstand zu dämpfen, aber der Volksbewegung gegenüber erwies sich seine Kraft als gänzlich wirkungslos, zumal es ihm doch nicht ernstlich darum zu thun war, den Deutschen, die im Grunde genommen seine Widersacher waren, zum Siege zu verhelfen. Die Gefahr rückte immer näher heran, daß ein mit großer Kühnheit und Thatkraft von unsrer Seite unternommenes Werk an dem Widerstand der Araber und Neger gescheitert wäre. Für diesen Fall hätte Deutschland für immer darauf verzichten müssen, zur Kolonialmacht heranzuwachsen und an großen zivilisatorischen Werken außerhalb des Vaterlandes mitzuwirken. Zum Glück verkannte aber die große Masse des Volkes die Tragweite der Ereignisse nicht. Zudem war die Ehre der Nation schon zu sehr in Ostafrika engagiert, als daß das deutsche Volk nicht mit allem Nachdrucke hätte darauf bestehen müssen, thatkräftig einzugreifen. Einmütig trat dasselbe für die Interessen seiner Landsleute ein und nahm den Kampf in ruhiger Zuversicht auf. Die Angelegenheit wurde in der Volsvertretung des Reichstages zur Sprache gebracht, dem Bundesrat