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Deutsch Ostafrika : das Land und seine Bewohner ; seine politische und wirtschaftliche Entwicklung / Paul Reichard
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Der Aufstand.

Mitte August 1888 liefen plötzlich in Deutschland höchst beun­ruhigende Nachrichten über den Stand der Dinge in Ostafrika ein. In Pangani waren Unruhen ausgebrochen. Für den Kenner der ost­afrikanischen Verhältnisse waren damit längst vorausgesehene Ereignisse eingetreten. Wir haben im vorigen Kapitel gesehen, wie die Macht- und Einflußsphäre der Araber allmählich von der Küste nach dem Innern verschoben worden war. Die Araber hatten sich über den Tanganika hinüber begeben, und am Kongo festgesetzt, wo sie unbedingte Herrschaft ausübten. Sie verwüsteten dort die unglücklichen Länder ebenso, wie am Nyassa und im Süden des Tanganika, und auch in Uganda hatten sie eine Katastrophe herbeigeführt. Trotzdem England ein mögliches gethan hatte, dem Sklavereiunwesen an der Küste ein Ende zu bereiten, blühte dasselbe im Herzen Afrikas zu neuem Leben empor und nahm ungeahnte Dimensionen an. Der ganzen arabischen Welt hatte sich seit lange große Unzufriedenheit bemächtigt, denn die Bekämpfung der Sklaverei, sowie die Zunahme europäischen Einflusses in Afrika hatte dieselbe mit Angst und Besorgnis um ihre Existenz erfüllt, ein Zusammenstoß zwischen Arabern und Europäern war un­vermeidlich. Ein Aufstand, ein Krieg mußte ausbrechen.

Die Ursachen sind auf weit zurückliegende Ereignisse zurückzu­führen, als im Jahre 1847 die Engländer bei Said Said einen Vertrag durchsetzten, wonach in den nördlich von Baraua gelegenen Gebieten der Sklavenhandel verboten sein sollte. Unablässig arbeiteten die Engländer an der Verfolgung ihrer Pläne, die Herrschaft über die Ostküste zu erlangen, und legten langsam, aber sicher Bresche auf