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Deutsch Ostafrika : das Land und seine Bewohner ; seine politische und wirtschaftliche Entwicklung / Paul Reichard
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Klima.

Ostafrika haben wir zwei oder eigentlich drei Jahreszeiten, durch die Monsune und Passate bedingt, welche sich in entgegen­gesetzter Richtung halbjährlich abwechseln. Die dazwischen liegenden Windstillen oder Kalmen leiten den Übergang des einen Monsun in den andern ein.

Der Südwestmonsun erlischt Anfang Oktober, dann folgen um deu höchsten Sonnenstand, für Sansibar der 9. Oktober, Kalmen, so daß Mitte Oktober die ersten schwachen, sich immer mehr steigernden Regen zeigen. Für das Innere treten alle Erscheinungen zehn bis vierzehn Tage später ein und enden etwas früher, dort durch die weit ins Innere wehenden Nordost- und Südwestpassate bedingt. Die Regen dauern sodann bis Ende Dezember, dann folgen vierzehn regenlose Tage. Diese erste Regenzeit heißt im Kisuaheli Mwun tu der Regen (wörtlich nur Regen) ini Gegensatz zu Regen mit nachfolgenden Überschwemmungen. Der Nordostpassat, welcher nach den Kalmen allmählich einzusetzen begonueu, flaut im Februar immer mehr ab, bis wieder mit dem am 4. März erreichten höchsten Sonnenstande Kalmen eintreten. Danach weht von Ende März bis Ende September der regelmäßige scharfe Südwest. Während seiner sich allmählich einleitenden Herrschaft beginnt Mitte März die zweite Regenzeit, im Innern fängt sie schon im Februar an, von den Eingeborenen Mwun mluba, der große Regen genannt, denn jetzt geht viel mehr Wasser nieder, so viel, daß das Ablaufen nicht mehr Schritt halten kann mit dem Zuströmen, und nun beginnt die Periode der Überschwemmung, die sogenannte Masika, welches Wort mau fälschlich mit Regenzeit übersetzt hat. Die letzten Regen gehen Ende April bis Mitte Mai nieder. Die beiden Regenzeiten, der Mwua tu uud der Mwua mkuba, sind