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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Das 19. Jahrhundert

zuerst 1836, die alte Bewegungsfreiheit und die überlieferte Lebensweise zunächst in Natal, dann, als dorthin die Eng­länder 1843 folgten und sie zur Räumung des Landes zwangen, in ihren jetzigen Sitzen jenseits der Drakenberge, im Oranje- Freistaat und der Transvaal-Republik, zu behaupten suchten. Natal ward 1356 zu einer englischen Kolonie erklärt. Das dazwischenliegende Kaffern-, Hottentotten- und Mischlings­land der Basuto, Griqua und Pondo wurde erobert oder friedlich erworben, 1879 der kriegerische Stamm der Zulu au der Nordgrenze von Natal niedergekämpft. 1884 ward das Betschuanenland nördlich vom Oranjefluß annektiert, um es der Beeinflussung durch die Buren zu entziehen, auch wohl, um einen Keil zwischen diese und die neu sich bildende deutsche Kolonie Südwestafrika zu treiben. Wie England 1899 den Krieg mit den Buren begonnen hat, um Herr auch in deren Gebiet zu sein, ist in jedermanns Gedächtnis. Zurzeit ist Großbritannien Herrscher in Südafrika wie in Australien; neben den australischen Goldgruben besitzt es die von Trans­vaal. Doch ist Südafrika fast noch weniger als Neu-Hollcind imstande, große Massen von Siedlern aufzunehmen, und das zumeist durch natürliche Bevölkerungszunahme außer­ordentlich angewachsene niederländische Element übertrifft an Zahl das englische.

46. England in Asien.

Während in diesen beiden Erdteilen die Siedlungstätig­keit den eigentlichen Inhalt der englischen Unternehmungen ausmacht, die erobernde nur unterstützend eingreift, steht diese im Vordergründe bei der Aufrichtung des gewaltigen britisch­indischen Reiches. Sein Aufbau gehört recht eigentlich dem 19. Jahrhundert an.

Der Wiederbeginn des Krieges nach dem Frieden von Amiens führte zur Unterwerfung der Mahratten und des