Druckschrift 
Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

Das 19. Jahrhundert.

Bodenkultur zu gewähren. Doch vermochte auch Groß­britannien nicht, die Scharen seiner Auswanderer ganz oder auch nur zum größereu Teil in die eigenen weiten, besied- lungSfähigen Gebiete, nach Kanada, Australien, Südafrika, zu leiteu. Rund zwei Drittel der auswandernden Untertanen des vereinigten Königreichs sind Bürger der Union geworden. Bringt man aber in Anschlag, daß von den iu die Vereinigte» Staaten Einwandernden die Hülste Iren waren, die aus Ab­neigung gegen die Briten deren Besitzuugen mieden, so ist das Ergebnis sür das britische Volk und den britischen Staat eiu außerordentlich günstiges, indem es gelang, die Hälfte der­jenigen Auswanderer, die ihr Ziel nicht aus nationaler Anti­pathie wählten, das will sagen, immer noch ziemlich so viel wie die gesamte deutsche Auswanderung, dein angestammten Wesen und engster Verbindung mit den: Mutterlande zu er­halten. Gegenüber den anderen Nationen Europas liegt dariu ein ungeheurer, kaum je wieder auszugleichender Vorspruug, den das 19. Jahrhundert Großbritannien verschafft hat. Daß die britischen .sivlonien auch uoch zahlreiche uichtbritische An­siedler aufnahmen, die im britischen Volkstum aufgingen oder aufgehe» werden, verstärkt diesen Vorteil noch ganz wesentlich und belegt den Wert, den der Besitz besiedluugssähiger Kolo­nien für ein Volk haben kann.

44. Die Vereinigten Staaten nnd ihre Czpansions-Pvlitik.

Die weiße Bevölkerung, die sich gegen England erhob, hatte ihren Sitz in dem verhältnismäßig schmalen Küsten­gebiete, das sich zwischen den Alleghany-Bergen im weitesten Sinne und dem Atlantischen Ozean hinstreckt. Die gegen­wärtigen Staaten und Territorien der Union füllen das ganze weite Gebiet bis zum Mexikanischen Golf, dem Rio Grande del Norte und dem Stillen Ozean, ein Gebiet, so groß wie das bebaute Europa. Die Vereiuigten Staaten haben weitaus