Die deutsche Presse und die auswärtige Politik.
(Avgedr. aus der „Deutschen Revue" vom Mai 1900.)
Fnrst Bi^marck, der sich hänsiger und in geschickterer Weise als irgend ein Staatsmann der Neuzeit der Presse für seine Zwecke zu bedieuen gewußt, hat sich wiederholt iu sehr absälliger Weise über die politische Thätigkeit der, sagen wir nicht inspirirten Theile derselben ausgedrückt. Freilich liegt zwischeu „Lassen wir sie schreien und kümmern uns nicht darum" und „Die Fenster, die unsere Presse einschlägt, müssen wir bezahlen" nicht nur zeitlich ein großer Unterschied. Während die erstere Aeußerung einem Tiplomaten gegenüber gemacht wurde, der sich über das heftige, ein Verstandn ißwerk erschwerende Auftreten der deutschen Presse beklagte, gefleht die zweite die Thatfache zu, daß wohl eiuzelne Perfoneu die Haltuug der Presse iguorireu konnten, die Gesammtheit aber immer mehr oder weniger durch dieselbe beeinflußt Werden müsse, was auf den Gang von zwischen den Regierungen verschiedener Mächte schwebenden Nerhaudluugeu leicht ciueu uach- theiligeu Einfluß auszuübeu, ja die Sicherheit des eigeueu Staates zu kompromittireu im Stande fei. Mit diesem Zugestäuduiß ist einerseits die Bedeutung der Presse als Orgnu der öffentlichen Meimmg auerkauut, zugleich aber auch die Liuie bezeichnet worden, über die die verständige Presse in ihrer Besprechung auswärtiger