Oriente lis.
(Abgedr. aus der „Deutschen Revue" vom März 1899.)
Die Frage der Stellung der Vereinigten Staaten in den Philippinen und den Bewohnern derselben gegenüber ist in Folge der Annahme des spanisch-amerikanischen Fricdensvertrages durch das Votum des Senats am 6. Februar iusoferu iu eiu ueues Stadium getreteu, als, falls dieser Vertrag auch durch die spanischen Cortes angenommen wird, woran wohl kaum ein Zweifel bestehen dürfte, der amerikanischen Regierung damit für ihr Vorgehen auf den Jnselu die völkerrechtliche Unterlage gegeben ist, welche ihr bisher gefehlt hat. Daß die Frage der Entscheidung über das Schicksal der Inseln damit aber nicht aus der Welt geschafft worden ist, geht schon daraus hervor, daß einerseits der Friedensvertrag selbst die Bestimmung enthält, daß der politische Status der eiugeboreuen Bevölkerung der Philippinen endgültig nur durch eiueu Beschluß des Kongresses festgesetzt werden könne, und andererseits im Senat selbst diese Auffassuug ausdrückliche Bestätiguug gesuudeu hat; der Streit um das, was aus deu Philippinen werden soll, ob eine amerikanische Kolonie oder ein ganz oder halb unabhängiger Staat mit oder ohne amerikanisches Protektorat, wird daher als eine Frage der inneren Politik die politischen Parteien in den Vereinigten Staaten noch längere Zeit beschäftigen, und es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß dieselbe bei der in 1900 bevorstehenden Präsidentenwahl den wesentlichsten Punkt des Programms der großen