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Zeitfragen : die Krisis in Südafrika ; China ; Commercielles und Politisches ; Kolonial-Fragen / von M. von Brandt
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Die geheimen Gesellschaften in China.

(Abgedr, aus derWoche" vvm 28. Juli 1900.)

China ist das Land der Geheimbünde, und wenn man den Angaben einiger der heute vorhandenen geheimen Gesellschaften, daß sie von Erschaffung der Welt an bestanden hätten, auch uicht Glauben zu schenken braucht, so kann man dagegen wohl mit Gewißheit annehmen, daß das historische China zu allen Zeiten so von Geheimbünden zerfressen war, wie das noch hente der Fall ist. Die vielen kleinen Fürstentümer, die den ohnmächtigen, meistens keine oder nur eine geringe Hansmacht besitzenden Kaisern nur gerade so weit gehorchten, wie es in ihrem Interesse lag, waren der Nährboden für unzählige solcher Bünde, die, wenn sie nicht gegen ein Nachbarland oder gegen das regierende Haus zu Gunsten eines vertriebenen gerichtet waren, von den einzelnen mächtigen Familien im Land selbst in dem Jntriguensviel oder dem offenen Kampf um Macht nnd Würden benutzt wurden. Im Jahr 221 v. Ch. brach der gewaltige Tsin Chi Hwang-ti das feudale System und setzte ein einheitliches Kaiserthum au seiue Stelle. Aber seine Dynastie wurde schon 206 v. Ch. wieder gestürzt, und seit diesem Jahre haben biv heute zum miudesteu 31 Dynastien, wahrscheinlich 56 mehr noch, die von dem chinesischeu Geschichtsschreiber nicht als legitim angesehen werden, den chinesischen Thron eingenommen. Viele dieser Dynastien Waren sremde, tatarische, mongolische, manschurische, was selbst­verständlich dem Eutsteheu vieler solcher geheimen Gesellschaften