Chinesische Sorgen.
(Abgedr, aus der „Finanz-Chronik" vvm 26. Mai 1900.)
I.
Die Nachrichten am? China lauten wenig erfreulich; um so unerfreulicher, als mau uicht iu Abrede stellen kann, daß die Schuld an deu im Reich der Mitte herrschende,! Zuständen nicht zum geringsten Theil die Fremden selbst trifft. Als im Jahre 1891 die Ausbrüche dev Fremden- und Christenhasscs im Imtgtse- thal uicht uur eiueu Vorwaud, souderu eiueu Grund ztun Einschreiten der sreiudeu Mächte gaben, fielen die Vereinigten Staaten im letzten Augenblicke, um uud Lord Salisbury beeilte sich, dem ihm vielleicht nicht unwillkommenen Beispiel zu folgeu. Die iu der letzten Zeit mit so großem Aufwand von Telegrammen angekündigte Flotteudemonstration vor Taku oder im Peiho dürfte in gauz ähnlicher Weise in den Sand verlnufeu sein; wenigstens hört man nichts mehr von ihr, obgleich die chinesische Regierung, soweit die vorhaudeucn Nachrichteu reicheu, den Forderungen der fremdeit Vertreter gegenüber nur ein geringes Entgegenkommen bethätigt zu habcu fcheint. Solche Vorkomulttisfc siud utu so mehr ztt bedauern, al^ gerade Orientalett gegeniiber eine nicht durchgeführte Drohuug stets deu Eiudruck hervorzubringen pflegt, daß es dent Betreffenden nicht ant Willen, fondern an der Macht gefehlt habe, seinen Worten die That folgen zu lassen. Das ist aber, soweit es sich nicht um die Erlangung vou iu deu Augeu