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Zeitfragen : die Krisis in Südafrika ; China ; Commercielles und Politisches ; Kolonial-Fragen / von M. von Brandt
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Astatische Schatten.

(Abgedr, aus derDeutschen Revue" vom Juni 1900.)

Ooinino- svsuts LÄ8t tliSir 8lra6o>v8 dc^ors" sagt der Engländer. ^Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus," Am blanen, wolkenlosen Himmel steigt ein Wölkchen empor, es zieht zwischen der Sonne und Erde hindurch, uud sein Schatten fährt geisterhaft über die grüne FriihliugSsaat oder das goldne Aeluenseld: erstaunt blickt der Wanderer aus, aber schou siud Wolke uud Schatten weitergezogen, uud die Felder liegen wieder in Heller ^onnengluth. Was aus der Wolke wird, ob sich andre zu ihr gesellen und in serneren Zonen befruchtenden Regen oder verwüstenden Hagel ans die Fluren hinabsenden, kümmert den Wanderer wenig, er sieht nur, daß ihn kein Unwetter be­droht, und das genügt ihm. Anders, wenn die Wolken zu großeu Masseu zusammengeballt den ganzen Himmel bedecken, Blitze aus ihueu hervorzncken, und der schnellsolgende Donner das Heran­nahen der Gefahr verkündet; dann krampst sich wohl auch dem Muthigcreu das Herz zusammeu, und erleichtert athmet er auf, wenu das Nuwetter vorübergezogen ist uud das Grollen des Donners nur noch ans weiter Ferne herüberschallt. Aber es liegt in der Natur des Menschen, die vergangene Gesahr leicht zu vergessen uud uicht darau zu deukeu, daß was einmal geschah, nicht allein wiederkehren kann, sondern wiederkehren muß. Gimge Feen haben ihm die Hoffnung und das Glück des leichten Ver­gessene in die Wiege gelegt, und warum sollte er, der sich so selten des Todes eriunert, dauernd au die tleiuereu nicht unver­meidlichen Uebel denken.