OflaMische Zustände.
(Abgedr. aus der „Deutschen Rundschau" vom Dezember 1898.)
Die Verhältnisse in Ostasicn haben sich in so schneller und unerwarteter Weise, nur zum Theil durch das Eingreifen europäischer Mächte entwickelt, daß es schwer ist, den Faden zu fiudeu, der zum Verständniß führt, nud ohne deu die äußeren Erscheinungen nur ein Bild chaotischen Wirrsals bieten. Die alten asiatischen Gegensätze zwischen England und Rußland, die seit den Tagen des Kaisers Panl und seiner Pläne zur Eroberung von Indien bestimmend auf die euglische Politik, dort wie in Asien überhaupt, einwirken, haben durch die Koukurrenz der beiden Rivaleu iu China — nicht nur politische, souderu uatioual- ökonomische und handelspolitische Konkurrenz — neue Nahrung gefunden; der Rückschlag der Ereignisse am Golf von Petschili hat sich, wie das seit der Anwesenheit der ersten russischen Gesandtschaft in Cabul 1838 bei jedem drohenden Zerwürfnis; zwischen den beiden Mächten der Fall gewesen, besonders an der Nordgrenze Indiens fühlbar gemacht, und wenn die anglo-indische Regierung heute daran denkt, den Weg durch deu Khaiberpaß besser als vorher zu sichern, so muß der Grund dafür iu Chiua gesucht werden und in der Befürchtung, daß die Vorgänge dort die Veranlassung zu eiuem russische« Augrisf gegeu Judieu geben könnten. Die Entscheidung eines Konflikts zwischen England