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Zeitfragen : die Krisis in Südafrika ; China ; Commercielles und Politisches ; Kolonial-Fragen / von M. von Brandt
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Ostasten seit dem chmestsch-jaMnischen Kriege.

(Avgcdr, aus derDeutschen Rundschau" vom November 1897.)

I.

Die Cnttäufchungen, welche der Friede von Shimouoseki Denjenigen brachte, welche von dem unglücklichen Ausgange des Krieges für China eine Aera durchgreifender Reforinen anf allen Gebieten, besonders aber auf denen der Finanzen und des Ver­kehrs, erwartet hatten, haben sich während der letzten Jahre eher vermehrt als vermindert, wobei die Schuld vielleicht weniger auf Seiten Chinas als daran liegt, daß man vielfach an die Frage mit vorgefaßten Meinnngen und ohne die Kenntniß von Land und Leuten herantrat, die für den Kritiker fremder staat­licher Einrichtungen uicht uur eiu Bedürfniß ist, fondern auch eine Pflicht sein sollte.

Daß der Krieg mit Japan China in finanzielle Schwierig­keiten stürzen würde, und daß daS Reich den daraus erwachseueu Anforderungen nur durch eiue höhere Belastung des fremden Handels würde gerecht werdeu können, hätte für Niemanden, der mit Thatfachen anstatt mit Wünschen zu rechnen gewohnt ist, zweifelhaft sein dürfen. Die Aufgabe praktischer Staatsmänner Würde daher gewesen sein, den Cousliet entweder zu verhiuderu oder ihn zeitlich uud räumlich möglichst eiuzuschräukeu oder, nachdem dies sich als unthnnlich erwiesen, der chinesischen Re­gierung dnrch eiue höhere Besteuerung des sremdeu Handeln die zur Reorganisation aus allen (Gebieten erforderlichen Mittel zur