RuMche Pläne und englische Beklemmungen.
Abgedruckt aus der „Deutschen Revue" vom September 1897.
Wenn Fürst Uchtomski bei der ihm vom Kaiser von China am 28. Mai dieses Jahren ertheilten Andiene von der hundertjährigen Freundschaft gesprochen hat, die da^ große Reich der Sohlte des Himmeln mit dem russischen Reiche verbinde, so hat er dabei gewiß gern vergessen, daß diese Freundschaft für China eine etwas kostspielige gewesen nnd demselben znm Beispiel noch itl 1858 durch den Vertrag von Aignn das linke User des Amurs gekostet hatte. Der Wahrheit näher kam der Fürst jeden- salls mit der Behauptung, daß von allen Nationen, die enge Beziehungen mit dem Osten verknüpsten, die Russen allein dem Blnte uud Geiste nach Asien verwandt seien: er hat damit viel- leicht unbewttßterweise den wahren C>)rnnd der Crsvlge gelrossen, die die russische Politik, seitdem da^ Reich sich von den im ,^rim- kriege erlittenen Schäden erholt, überall in Asien über den englischen Nebenbuhler davongetragen hat. Denn über diese Nebenbuhlerschaft, wie über die iu V^orea, in China, in Hinterindieu, mi der Nordgrenze Indiens, in Persien, in Abessinien nnd in der Türkei dnrch die Russen oder ihre französischen Freunde davongetragenen Erfolge kann anch die besondere Wärme de^ von Herrn vvn Staal bei dem achtntidsiebzigjährigen (Geburtstage der Königin Viktoria ausgebrachten Toastv nnd die bedeutungsvolle Thatsache, daß die englische Musik bei dieser (Gelegenheit nnr die russische Nationalhymne gespielt habe, uicht hiuwegtäuschcu.