Das Vangtse-Thal.
(Avgedr. aus der „Münchener Allg. Zeitung" vom 15. Janunr 1899.)
I.
^u einer Länge von über 4900 Icin. und bis nach dein uu- gesähr 900 i<ur von seiner Mündung gelegenen Hantau für die größten Seeschiffe schiffbar, durchströmt der Jaugtse-tiaug, d. h. der ^luß des (Distrikts) Jangtse, von den Chinesen oft auch der „lange ^luß" oder nnr der „?sluß" überhaupt, in seinem oberen Laus auch der .blaue ^sluß" oder der ,,?sluß des goldeueu Sandes" geumiut, vou Osteu uach Westen das mittlere China und bildet iür dasselbe mir seinen ost über 1500 t>ui langen Nebenflüssen einen Wasserweg, dessen Gebiet über eine Million Quadratkilometer umfaßt. An der Müuduug dieses mächtigen Stromes oder, richtiger, 18 Kni hinaus an dem sich an der Mündung desselben in deu Aaugtse ergießenden Hwangpu liegt Shanghai (das obere Meer>: seil dem 11. Jahrhnndert nnsrer Zeitrechnung ein bedeutender Handelsplatz mit einem chinesischen Zollamt und in uenester Zeit nach Hongkong der größte Handelsplan Qnaneu-^ über deu fast der ganze Perkehr mit den am Aangtse gelegenen Provinzen, Nord-China uud der '.vüiuschurei geht. Sbaugbai war eitler der Plätze, der uach dem ersten euglisch-chiuesischen >irieg durch den Vertrag von Nanking dem englischen und damit dem Handel der Welt geöffnet wnrde, denn die Chinesen haben niemals, wie sehr sie auch sonst die fremden gemachten Zugeständnisse zu beschneiden bestrebt gewesen sind, den Persuch gemacht, einmal gewährte Zugeständuisse aus die Macht zu be-