Ueber und aus Nord-China.
(Abgedr. aus der „Münchener Allgem. Zeitung" vom 20. Nov. 1898.)
I.
Am 10. d. M. hat in London eine außerordentliche Generalversammlung des Peking-Syndikats stattgefunden, dem bekanntlich von der chinesischen Regierung sehr beträchtliche Bergwerksund Eisenbahn-Coneessionen iu Shansi und Honan ertheilt worden sind. Bei dieser Gelegenheit ist ein Brief zur Verlesung gelangt, den !^i Hung-chang am 20. Juni d. I. au den an dem Syndikat interessirten Lord Rothschild gerichtet hat uud der verdient, in weitereu Kreisen bekannt zu werdeu. Li schreibt u. a.i .Es ist in der That eine wirkliche Erholung, sich von den Plänen für die politische Ausbeutung Chinas zu einem rein industriellen Unternehmen zu wenden, das den Künsten des Friedens gewidmet ist. Die Münster des Tsungli-Iamen hoffet?, daß dieser erste Versuch einer genn'nnbringenden Anlegung fremden Kapitals im Innern von China ihre Erwartungen in Betreff des der Regierung und dem Volke ans demselben zu erwachsenden Gewinnes erfüllen und dazn beitragen wird, das „offene Thor" zu schaffen, von dem nur so viel hören nnd so wenig sehen." Nach einer Lchildernng des Reichthums an Mineralien in der Gegend, in der das Syndikat seine Concessionen erhalten hat und der Aufgaben, welche demselben dort erwachsen, sährt Li fort: „Eurer Lordschaft große Erfahrung iu Fiuauzfachcu wird es Ihnen ermöglichen, klar zn sehen, daß, wenn das dem Syndikat eröffnete ^eld wirklich so reich ist, wie die Lachverständigen behaupten, die einzige andere Bedingung für den Erfolg die ist, daß das Unternehmen von ehrlichen und fähigen Männern auf der Gruud-