Wie China regiert wird.
(Abgedr. aus der „Köln. Ztg." vom 10., 11., 13. und 14. December 1894.)
Einer der besten Kenner Chinas, der leider zn früh verstorbene chinesische Sekretär der englischen (Gesandtschaft in Peking, F. W. Mayers, sagt in seiner vortrefflichen 'Arbeit über die chinesische Regierung, das; die Änfgabe der Eentral-Berwaltnng in China mehr die sei, das Verfahren der verschiedenen, Provin- zialbehörden zn überwachen, als selbst die Initiative zu Ber- U'altnngsmaszregeln zn ergreisen. ^)iese Benrtheilnng des zuuschen Peking nnd den Provinzen bestehenden Verhältnisses ist durchaus zntressend. Reicht als ob es der Centralvenvaltung an Macht zum unmittelbaren Eingreifen sehlte: Beispiele vom (Gegentheil, wenn felbst anscheinend wenig schwere Bergehen die Abbernsnng und Tegradirnng von General-Gonvernenren znr sosortigen ^-olge hatten, lieget! vielsach vor, sondern die den Provinzialbehvrden gelassene Freiheit des Handelns entspricht dem von Altersher geltenden Grundsätze, unr dann eiuzugreifeu, wenu eine Ueber- tretnng der vorhandenen Vorschrifteu oder ansbrechende Unruhen es unvermeidlich machen solltet,. In dem letztern ^-alle findet die Regierung dabei deu Portheil, das; solche Ansbrüche des Bvlksninvilletis sich immer nur gegen Personen, uicht gegen das System wenden können, uud das; ihr die Rolle vorbehalten bleibt, als ilsns ex uraoliiira. zu erscheinen und den zn laut gewordenen Klagen der Bevölkerung durch Entsernnng des mißliebigen Bemmen gerecht zn werden, ^n diesem Grundsatz lag einer der Gründe, welche die Eentral-Regiernng veranlaßten, sich so lange gegen die Einführnng elektrischer Telegraphen zu sträuben, denn