Noch einmal Britisch-SudafriKa.
(Abgedr. aus der „Deutschen Rundschau" vom Juli 1898.)
In dein im Maiheft der ./Deutscheu Rundschau" veröffentlichten Artikel „Zwanzig Jahre britischer Südafrika-Politik" ist kurz auf die Rolle hingewiesen worden, die Mr. Ceeil Rhodes und die Kapkolonie bei dem weiteren Verlaufe der Dinge in Südafrika zu spielen berufen zu sein schienen. In unserer schnell- lebigen Zeit sind wir gewohnt, Evolutionen in der Politik der Parteien und der Parteiregierungen sich mit überraschender Schnelligkeit entwickeln zu sehen, und so kann es kaum Wunder uehmen, daß die Gedanken und Pläne, die vor wenigen Monaten in Südafrika im Schatten des „südafrikanischen Bundes aufzusprossen begannen, heute bereits recht kräftige Pflanzen geworden sind, die die Ehre und die Gefahr eiuer parlamentarischen Debatte im Unterhause mit Erfolg zu bcsteheu im Stande waren.
Des Pudels Kern ist dabei die Frage der späteren Stellung Mr. Ceeil Rhodes als Premiers der Kapkolonie und die Erfüllung der Versprechungen nnd Aussichten, welche Lord Salis- bury und das britische Kabinet bewogen haben, sich offen auf die Seite des imellektnellen Urhebers des Jamefou'scheu Flibustierzuges zu stellen. Daß dies in der That so ist, darüber bestellt weder am Kap noch in London ein Zweifel. Als Ende März dieses Jahres Holländer nnd Engländer dem Leiter des Afrikander- VundeS Hofmeyr ein Festmahl gaben, sprach sich dieser in einer längeren Rede über die Gründe ans, warnm er jetzt von Rhodes und den Rhodes'schen Anhängern, die früher bei jeder Gelegen-
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