Vorwort.
Mit dem Wachsen des deutschen Verkehrs nach und im Auslande hat sich auch das Interesse an den Fragen gesteigert, die sich dort abspielen uud Deutschland entweder unmittelbar berühren oder es mittelbar in Mitleidenschaft ziehen. Der Kampf in Südafrika hat Weite Kreise in Deutschland tief erregt, uud die Wirren in China, an deren Unterdrückung deutsche Soldaten an der Seite von Truppen fast der ganzen civilisirten Welt betheiligt sind, thun dies nicht minder. Auch sür die kolonialen Fragen wächst das Interesse von Tage zu Tage. Vielleicht erscheint uutcr diesen Umständen der Versuch des Unterzeichneten nicht unberechtigt, manches von dem, was er im Laufe der lel.tten Jahre in Tagesblättern und Zeitschriften über diese „Zeitsragen" veröffentlicht hat, iu anderer dauernderer Form dem Leser wieder vorzulegen. Eiueu Erfolg würde er aber uur daun glauben verzeichnen zu können, wem: die Sammlung von Anfsänen, die er dem Pnblitnm übergibt, nicht nur das Juteresse an den Ereignissen selbst, sondern ganz besondere auch das an den Lehren, die sich aus der Vergangenheit für die Zukunft ergeben, wieder anzuregen uud zu vermehren im Stande wäre. Denn nicht nur kommende Ereiguisse werfen ihre Schatteu voraus, auch die Schatten der Vergangenheit fallen auf die (Gegenwart uud die Zukunft.
Weimar, im Oetober 1900.
M. von Brandt.