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zwischen uns herum. Erst, als ich ihn in die Höhe warf, um ihn znm Fliegen zu ermuntern, strich er niederen Fluges von dannen, — Nachdem wir schließlich noch ein breites Gewässer durchwatet hatten, zogen wir um 4 Uhr iu deu ersten Ort von Ugallagansa, den Weiler Jlindi, ein, dessen Besitzerin, Bibi Munde, mit der den WanynmuiMrauen eigenen resoluten Geschäftigkeit alles herauschleppte, was uus irgendwie wünschenswert oder dienlich sein konnte. Leider war in der Muhambus die Hälfte unserer Kleinviehherde zu Grunde gegangen. Rührend war es auzusehen, wie meine Leute trotz eigener Not bemüht waren, die ermatteten Tiere zu unterstützen nnd zu fördern. Wer irgend dazu iu der Lage war, trug mindestens ein Lämmchen nnter dem Arme. Noch im Lager krepierten einige Schafe uud Ziegen infolge Entkräftung. Wären mir die Schwierigkeiten der Furtpassage vorher bekannt gewesen, so hätte ich das Kleinvieh in Forongo verschenkt oder gegen Rinder vertauscht. Es hatte sich dort aber uiemaud darüber geäußert.
Mit dem Überschreiten des Gombesumpfes hatten wir endgültig Uha verlassen und befanden uns wieder unter vertrauten Verhältnissen auf dem Boden Unyamuösis. Gern hätte ich in Jlindi meiner Karawane einen Ruhetag vergönnt. In der Nacht wurden wir aber derartig vou Moskitos geplagt, daß am Morgen des 6. September alles zum Aufbruche drängte. — Nachdem also die Wahaführer abgelöhnt worden waren, setzten wir unseren Marsch fort. Durch den stattlichen Hochwald von Ugallagansa ging es über Jtnnia uud Urmnbo der Station Tabora zu, wo ich mit der Expedition am Freitag, den 13. September 1895, wohlbehalten wieder eintraf.
In den Steppen von Ugogo.
Im Dezember 1894, also zu einer Zeit, wo im Innern von Deutsch-Ostafrika Hungersnot herrschte, befand ich mich mit einer Karawane von 2 Europäern, 12 Soldaten, 150